Unsere Aktivitäten in der Fasnet 2011:
Bericht des Südkurier von der Schülerbefreiung am 3.3.11
Illmensee – Aufgeregt warteten die Kinder in der Grundschule auf ihre Befreiung durch die Narren. Es ging ihnen dabei nicht allein um die Befreiung, nein, sie freuten sich darauf, den Narren ihr Können zu präsentieren und sie hatten wirklich einiges zu bieten.Nach dem stimmungsvollen Einmarsch der Narren zeigten die Mädels von der Kindergarde einen flotten Tanz.
Dem folgte das pfiffige Gedicht von dem „Mann, der immer rückwärts ging“. Getreu dem Motto der Illmenseer Fasnet „Illmos Schloss Schreckenstein“ wurde es auch noch ein bisschen gruselig beim Lied „An meinem Fenster, da sind Gespenster“. Bevor die Schulputzfrau, alias Hildburg Borel, zu Wort kam, wurde in einem Gedicht der Ablauf der Illmenseer Fasnet aufgeführt. Dreck könne es da vielleicht auch mal geben, genauso wie bei den Arbeiten zur Wärmedämmung des Schulhauses, wie die eifrige Putzfrau erzählte. Fleißig ist in der Grundschule nicht nur die Putzfrau, sondern auch die Lehrer. „I ka kaum putzen, weil dia dr ganze Tag in dr Schul hocket“, veranschaulichte die Putzfrau. Dies half ihnen aber nichts, denn der Narrenpräsident Michael Reichle versicherte: „Dia mached ihre Sache gut, trotzdem nehmen mir se mit!“ Die Schüler wurden befreit und der Putzfrau wurden Handschellen angelegt, damit die Schule auch wirklich geschlossen bleibt.
So zog die fröhliche Schar weiter zum Kindergarten, wo auch schon alle gespannt auf die Narren warteten. Der Narrenpräsident machte unterwegs einen kleinen Abstecher zum Architekten Manfred Fetscher und ließ sich von ihm beraten, mit welcher Farbe sie den Rest des Schulhauses anstreichen sollten, wie er später erklärte. Die Narren wollen nämlich in der Zeit ihrer Herrschaft das Schulhaus streichen und die Arbeiten am Kindergarten vorantreiben, sonst gehe das nachher wieder so lange, meinte Reichle. Bei so viel Eifer verwundert es nicht, dass Bürgermeister Stadler sich freute, endlich abgelöst zu werden, um seine verdiente Auszeit zu nehmen. Dass er allerdings in dieser Zeit zum Ausruhen komme, bezweifelte er, denn er wolle ja bei der Fasnet dabei sein. Hierfür präsentierte er die „neue Narrenfigur“, den „Wasserspuckerangler“ oder man könne diese Figur auch „Wasserspuckervater“ nennen. Angeln können hätte er an diesem Vormittag mit Leichtigkeit einige Kinder, die wie besessen unaufhörlich nach seinen (Köder-) Fischen sprangen. Bevor sich Stadler voll in das Fasnets-Getümmel stürzen durfte, musste er noch die Narreneltern trauen. „Sturm Lothar“ ehelichte „Schweizerle von der Alm“. Stolz nahm der Narrenpräsident nach der Trauung den Rathausschlüssel in Empfang und marschierte mit der übrigen Narrenschar in Richtung Halle, wo der Narrenbaum aufgestellt wurde.
Bericht des Südkurier vom Bürgerball am 4.3.11
Illmensee – Musik, Tanz und originelle Beiträge wurden dem Publikum beim Bürgerball des Narrenvereins Illmensee geboten. Unter dem Motto „Illmo's Schloss Schreckenstein“ ging es recht gruselig her in der vollbesetzten Drei-Seen-Halle.
Bleichgesichtige Schloss-Damen saßen neben blutverschmierten Vampiren, Hexen und Riesenaffen. Zum Tanz im Gruselkabinett spielte „Markus-Musik“ und durchs Programm führte die charmante Vampir-Dame Sophia Blien.
Die Ruschweiler Waldhexen sorgten dafür, den Hunger der Schlossgesellschaft zu stillen. Narrenpräsident Michael Reichle freute sich, an diesem Abend gleich 17 treue Narren ehren zu dürfen. „So was hab ich noch nie erleben dürfen als Präse“, sagte er. Zwölf Hästräger wurden für elf Jahre geehrt, vier für 22 Jahre und Wasserspuckerin Monika Seidel für 33 Jahre. Unter den Geehrten für 22 Jahre aktive Narretei war der Narrenpräsident selbst, dem seinen Stellvertreter Alexander Büschel in Reimform großes Lob aussprach.
Illmenseer Fasnet wäre nicht Illmenseer Fasnet, gäbe es die Garde nicht, und so begeisterte im ersten Programmpunkt die Kindergarde das Publikum mit ihrem Tanz. „Unsere kleinen Mädchen entwickeln sich zu jungen Damen“, kündigte die Moderatorin den Tanz der Jugendgarde an, der genauso wie der Tanz der Narrengarde, den „Schlossdamen“ unter den Gardemädels, mit Applaus belohnt wurde.
Nach Afrika entführte die Kindergarde die Zuschauer in ihrer Tanzzugabe. Aus diesem Urlaubsfeeling ging es direkt zurück in die heimische Küche. „Illmo's Küchencrew“, rekrutiert aus der Wasserspuckerjugend, führte vor Augen, was man mit Töpfen und Kochlöffeln außer Kochen noch anstellen kann. Sie ließen die „Glocken von Rom“ erklingen. „Raus aus der Küche“ hieß es für die Frauen der Pfarrgemeinde. Unter geistlicher Begleitung von Pfarrer Albert Eckstein machten sie sich auf zur Frauenwallfahrt und beteten inbrünstig: „Schick uns doch endlich an Ma.“ Genutzt hat es nichts, denn „komma isch koiner, umsonst war der Weg“. Nicht umsonst war die Vorstellung, denn dem Publikum hat's gefallen.
Zurück in heimatliche Gefilde ging es mit dem Präse in Gestalt des „Schankwirts vum Höchsta“. Was sich unter dessen Dach so alles zugetragen hatte, wurde ans Licht gebracht. Auch Paul Panzer (André Mutter) war zu Gast. Weitere Anekdoten aus dem Leben der Bürger der Gemeinde Illmensee förderten die Wasserspucker in Gestalt von Schlossgespenstern zutage – und das, obwohl sie in der finsteren, verstaubten Burg Schreckenstein hausten.
Nicht nur Gespenster tanzten im finsteren Schloss, auch Fledermäuse und Vampire tanzten zur Geisterstunde umher und verbreiteten begeistertes Schaudern unter den Zuschauern. In Fledermäuse hatte sich zur Geisterstunde die Narrengarde verwandelt und das Männerballett der Wasserspucker entpuppte sich als blutrünstige Vampire. Temperamentvoll präsentierten sich die Turnerfrauen mit ihrem „Wodkageister-Tanz“, der das Publikum mit „Dschingis Khan“ ins ferne Russland entführte. Entführen von einem feschen Cowboy ließ sich auch „Prinzessin Wolfine“, die sich zu ihrem 18. Geburtstag einen Mann wünschte. Der Narrenrat inszenierte diese Geschichte um König Illmos Tochter, die sämtliche Bewerber abwies, bis besagter Cowboy ihr Herz eroberte. Dass es in der Fasnet auch laut sein darf, wie der Präse bekräftigte, bewies die Stimmungsrunde des Musikvereins Illmensee. Hier wurde dem Publikum ordentlich eingeheizt. Etwas leiser verabschiedeten sich die Akteure unter Begleitung der Illmenseer Schalmeien von ihrem Publikum.
Bericht des Südkurier vom Zumftmeisterempfang und Fackelumzug am 5.3.11
Bestens gelaunt ist eine kleine Gruppe Narren unter musikalischer Begleitung die Birkofstraße entlang in Richtung Halle zum Zunftmeisterempfang gezogen. Es war Bürgermeister Bernhard Stadler mit seinen Gästen, die sich schon beim Hausball in des Bürgermeisters Haus in närrische Stimmung gebracht hatten. Unter den Gästen waren auch Landrat Dirk Gaerte und seine Frau, die in diesem Jahr zum ersten Mal Zunftmeisterempfang und Fackelumzug in Illmensee miterlebten.
45 Narrenzünfte waren zum Fackelumzug angereist. Weithin bekannt und beliebt ist der Nachtumzug mit anschließender Party im ganzen Dorf. Wie in den Jahren zuvor verhängte Narrenpräsident Michael Reichle eine Strafe für jeden, der beim Zunftmeisterempfang Standardsprüche brachte, wie „danke für die Einladung“ oder „wir wünschen einen guten Sprung“. Jeder solche Spruch kostete fünf Euro in ein großes rotes Sparschwein.
Doch eine wirkliche Strafe war das nicht, denn der Spender konnte sich sicher sein, mit seiner Gabe etwas Gutes zu tun. In diesem Jahr geht das Geld nach Salem an Familie Tylla für die Typisierungsaktion für ihren an Leukämie erkrankten Sohn Lucas. „Daran sieht man, wie nah Freud und Leid zusammen liegen“, meinte der Präsident. Und man sieht daran, dass die Narren nicht nur ihren Spaß im Sinn haben, sondern auch Verantwortung übernehmen.
Dass allerdings der Bürgermeister ihnen in diesem Jahr seinen Witz vorenthalten wollte, gefiel den Narren nicht so sehr. Zu deren Freude ließ sich Stadler dann doch noch dazu hinreißen, einen Witz zu erzählen – und der Landrat setzte noch einen drauf, obwohl seine Frau immer sage: „Lass' es (das Witze erzählen) sein, du kannst es nicht.“
Die Stimmung beim Empfang war prächtig, nicht minder die Stimmung beim anschließenden Umzug und Fackelball. Weit in die Nacht hinein feierten die Narren ihre Fasnet und die Musik war weithin zu hören. In der Halle, im Discozelt, in den Gast- und Besenwirtschaften – überall tobte das Leben.